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Markgraf Ludwig Wilhelm und die Schlacht von Slankamen

Nahezu 300 Jahre dauerten die Auseinandersetzungen des Osmanischen Reiches mit dem Abendland. Die Hauptlast dieses Abwehrkampfes lag dabei auf dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, insbesondere aber auf den habsburgischen Erblanden.
Nach der verheerenden Niederlage vor Wien 1683 war die osmanische Expansion nach Westen endgültig beendet und dennoch gestaltete sich die Ruckeroberung von Ungarn, Siebenburgen und Serbien als äußerst mühsam. Durch den Ausbruch des Pfälzischen Krieges (1688-1697) führte das Reich einen Zweifrontenkrieg. Frankreich hatte einen Bündnisvertrag mit der Türkei abgeschlossen. Die Lage spitzte sich zu und in der Schlacht bei Slankamen (nördlich von Belgrad) trafen während des Großen Türkenkrieges am 19. August 1691 die Heere Österreichs und des Osmanischen Reiches aufeinander. Der Kampf bei Slankamen endete mit einem eindeutigen Sieg der kaiserlichen Truppen, welcher es diesen ermöglichte, den größten Teil Ungarns gegen die Osmanen zu behaupten. Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen war seit 1689 Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707)

Der Markgraf, der ob seiner in den Jahren von 1689 bis 1692 errungenen Siege über die Türken den Beinamen ,,Türkenlouis“ erhielt, wurde für den Sieg bei Slankamen zum Generalleutnant befördert, das heißt zum Oberkommandierenden aller kaiserlichen Truppen.

Das Wehrgeschichtliche Museum zeigt ein Großdiorama der Schlacht von Slankamen mit etwa 6.000 Zinnfiguren. Es lässt sich sehr gut die Entwicklung der Infanterie erkennen. Mit der Verbesserung der Bewaffnung änderte sich seit dem Dreißigjährigen Kriege auch die Taktik. Die Einführung des Bajonetts verdrängte die Pikeniere und der Feuerkampf gewann mehr und mehr an Bedeutung. Insbesondere auf dem ungarischen Kriegsschauplatz spielten zudem zur Abwehr der türkischen Kavallerie die von der Infanterie mitgeführten „Schweinsfedern“ eine Rolle. Diese circa 180 cm langen Spieße wurden in mitgeführten Balken verankert und bildeten vor der Front die sog. „Spanischen Reiter“ (vgl. Diorama). Die Elemente der beginnenden Lineartaktik sind dadurch gekennzeichnet, dass möglichst viele Gewehre gleichzeitig in den Feuerkampf geführt wurden und das ganze Abteilungen schnelle Schwenks und Ablösungsbewegungen vom Feind durchführten um sich gegenseitig helfen und unterstützen zu können. Schließlich wurde eine Tiefe von nur drei bis vier Gliedern, in der Aufstellung, in zwei bis vier Treffen hintereinander, zur Schlacht erreicht: die Infanterieregimenter - mit der taktischen Einheit des Bataillons - meist in der Mitte, die Kavallerie an den Flügeln. Die höhere Feuerkraft und Beweglichkeit der kaiserlichen Heere glichen die meist zahlenmäßige Unterlegenheit gegenüber den Türken wieder aus.