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Das Eiserne Kreuz in der deutschen Geschichte

Eine Foyerausstellung des Wehrgeschichtlichen Museums Rastatt vom 17.10.2013 bis 17.11.2013

Im Jahr 2013 jährt sich die Stiftung des Eisernen Kreuzes zum zweihundertsten Male. Dieses Ehrenzeichen nimmt eine besondere Stellung in der Geschichte der militärischen Auszeichnungen der verschiedenen deutschen Armeen ein. Noch heute begegnet den Soldaten der Bundeswehr täglich das Eiserne Kreuz als Abzeichen an den Fahrzeugen der Bundeswehr. Es ist seitlich beispielsweise am Turm der Panzer oder Luftfahrzeuge angebracht. Mit der erstmaligen Verleihung der neuen Tapferkeitsauszeichnungen durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Franz Josef Jung im Juli 2009 – verliehen an vier Soldaten, die in Afghanistan nach einem Selbstmordanschlag verletzten Soldaten und Kindern geholfen hatten – kam das Eiserne Kreuz wieder vermehrt ins Gespräch. Während die einen in der Auszeichnung die längst fällige Anerkennung für Soldaten sehen, die vorbildlich ihr Leben für Deutschland riskieren, erkennen Kritiker in der neuen Form eine Anlehnung an das Eiserne Kreuz, das vor allem durch seine Verwendung im Dritten Reich berüchtigt ist. Eine optische Ähnlichkeit mit dem Eisernen Kreuz ist der neuen Dienstauszeichnung nicht abzusprechen – findet sich allerdings auch bei anderen, aktuellen deutschen Auszeichnungen.

 

Bild links: Schmuckblatt zur Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse im Ersten Weltkrieg an einen Leutnant der Reserve.

 

Bild rechts: Abbildung des Eisernen Kreuzes (1870) auf einem Instruktionstuch für das Gewehr 88

 

 

Die Stiftung des Eisernen Kreuzes und seine Tradition geht zurück auf die Epoche Napoleons. Als 1813 in Deutschland die allgemeine Erhebung gegen die napoleonische Herrschaft begann, stiftete der preußische König Friedrich Wilhelm III. eine besondere,  dem Militär vorbehaltene Auszeichnung, das Eiserne Kreuz (genannt EK). Die Stiftung erfolgte am symbolträchtigen Datum des 10. März 1813, dem Geburtstag der preußischen Königin Luise, die schon 1810 verstorben war und als große Förderin des Freiheitskampfes der Deutschen galt. Im Gegensatz zu dem 1740 von Friedrich dem Großen gestifteten Tapferkeitsorden „Pour le mérite“, der Offizieren für Verdienste vor dem Feind vorbehalten war, konnten mit dem Eisernen Kreuz Offiziere, Unteroffiziere und einfache Soldaten ausgezeichnet werden. So erwarb sich dieses 1813-1815 verliehene Ehrenzeichen schon während der Befreiungskriege höchsten Respekt.

Erneuert wurde die Stiftung „bei erklärter Gefahr für das Vaterland“, etwa am 19. Juli 1870 bei Ausbruch des deutsch-französischen Krieges und am 5. August 1914 zu Beginn des 1. Weltkriegs. Am 1. September 1939, dem Beginn des 2. Weltkriegs, wurde das Ordensstatut in Kraft gesetzt. Neben dem EK I und EK II gab es als höchste Stufe das am Hals getragene „Ritterkreuz“, nunmehr als Orden und in verschiedenen Stufen. Mit dem Untergang der Nationalsozialistischen Diktatur 1945 erlischt die Verleihung des Eisernen Kreuzes. In der Bundesrepublik wählte man als Hoheitszeichen der 1956 gegründeten Bundeswehr das schwarz-weiße Kreuz, welches anders als das Balkenkreuz der Wehrmacht, noch stärker an die Auszeichnung von 1813 erinnert und verwies auf die „identitätsstiftende Tradition“. Zudem wurde durch das von Bundespräsident Heuss veranlasste Ordensgesetz von 1957 das Tragen des Eisernen Kreuzes in nunmehr demokratischer Form wieder genehmigt. Das Eiserne Kreuz ist also eine Auszeichnung mit starker Präsenz und hoher Aktualität.

Mit ausgewählten Objekten aus den Beständen des Wehrgeschichtlichen Museums Rastatt und mit privaten Leihgaben wird in einigen Vitrinen im Foyer des Museums das Spektrum des Eisernen Kreuzes schlaglichtartig aufgezeigt. Neben den Auszeichnungen selbst wird beispielsweise auch die Gründungszeit der Befreiungskriege thematisiert sowie die Trageweisen und die Vielzahl 'patriotischer' Erinnerungsstücke speziell in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Publikation des Militärhistorikers Dr. Guntram Schulze-Wegener „Das Eiserne Kreuz in der deutschen Geschichte“, in der einige der Ausstellungsobjekte gezeigt werden, stellt zudem eine weiterführende Begleitschrift zur Präsentation dar und ist im Museum erhältlich.