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Frieden für Europa

300 Jahre Rastatter Frieden 1714-2014

Unter dem internationalen Titel

Peace was made here. The Treaties of Utrecht, Rastatt and Baden 1713/14-2013/14

richtet 2014 das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt gemeinsam mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden Württembergs ein multinationales Projekt im Residenzschloss Rastatt aus. Beginnend mit der Zeit der Religionskriege wird die Ausstellung den ‚langen‘ Weg in den verheerenden Krieg schildern, der letztlich mit den Verträgen von Utrecht, Rastatt und Baden beigelegt wurden. Die Diplomaten schufen in harten Verhandlungen einen dauerhaften Frieden, der in ganz Europa mit großer Freude aufgenommen wurde. Daher haben sich auch weitere europäische Partner gefunden, die gemeinsam an diesem Projekt arbeiten. Neben dem federführenden Centraalmuseum Utrecht in den Niederlanden ist dies das Stadtmuseum Baden in der Schweiz und die Fundación Carlos de Amberes in Madrid.

Rastatt war im Jahr 1714 für kurze Zeit der Nabel der Welt. Eine Tatsache, die heute leider allzu oft vergessen wird und die es gilt ins Gedächtnis zurückzurufen. Der Friede von Rastatt, basierend auf dem Vertrag von Utrecht 1713, ist von großer historischer Bedeutung. Er setzte einem halben Jahrhundert französischer Expansionspolitik in Europa und dem Hegemonialstreben Ludwigs XIV. ein Ende. Mit der Krönung seines Enkels Philip als König von Spanien im Jahr 1700 dominierte Ludwig faktisch das ganze südliche Europa. Eine europäische Koalition unter Führung von Ludwigs Erzfeind König William III. verhinderte dies, obwohl William bereits 1702 starb. Der Krieg um die spanische Erbfolge wogte hin und her und verwüstete weite Teile Europas, vor allem die spanischen Niederlande und Belgien. Als schließlich deutlich wurde, dass keine Seite gewinnen könnte begann man mit Friedensverhandlungen in Utrecht. Monatelang diskutierten Diplomaten aus ganz Europa über die Zukunft des Kontinents. Schließlich wurde vereinbart, dass Philip V. König von Spanien bleiben könne unter der Bedingung, dass weder er noch seine Erben jemals den französischen Thron besteigen würden. Zur Entschärfung der strategischen Lage würde Österreich fürderhin die spanischen Niederlande verwalten. Die Vereinbarung von Utrecht wurde ein Jahr später vom deutschen Kaiser im Vertrag von Rastatt bestätigt. Erst mit diesem Schritt konnte der Friedensschluss seine volle Kraft in ganz Europa entfalten.

Zischägge (Sturmhaube)

2014 wird Rastatt ganz im Zeichen dieses europäischen Friedensschlusses stehen. Ab März 2014 wird die Ausstellung zu den Friedensschlüssen von Rastatt, Utrecht und Baden in den Räumen des Wehrgeschichtlichen Museums zu sehen sein. Die lokalhistorischen Entwicklungen in Rastatt wird das Stadtmuseum in einer komplementären Ausstellung thematisieren („... dass aller Krieg eine Thorheit sey“ 300 Jahre Rastatter Frieden).

 

Einen interessanes Zeugnis finden Sie hier: Ein Brief des Prinzen Eugen aus Rastatt im Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges (1704).

 

Mit der Unterstützung des Kultur-Programms der Europäischen Union.