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Kriegsbeginn und Frontverlauf

Österreich-Ungarn war an der neuen Südwestfront stark unterlegen. Die Elitetruppen Tirols, die Kaiserjäger und die Landesschützen (ab 1917 Kaiserschützen) standen noch in Galizien oder Serbien und wurden dort großteils aufgerieben. Dem Landesverteidigungskommando Tirol mit dem General der Kavallerie (GdK) Viktor Graf Dankl an der Spitze standen nur die kurzfristig aufgebotenen und schlecht ausgerüsteten Standschützen, der Landsturm und das zu Hilfe eilende Deutsche Alpenkorps zur Verfügung. Dabei durften die Deutschen nur innerhalb Österreich-Ungarns kämpfen und keinesfalls die italienische Grenze überschreiten, da Italien dem Deutschen Reich erst am 27. August 1916 den Krieg erklärte.

Die Tiroler Front führte von der Schweizer Grenze, der Dreisprachenspitze (2.843 m), am Stilfser Joch hoch über die Dreitausender der Ortler- und Cevedale-Gruppe hinab zum Tonale Pass (1.883 m), dann wieder hinauf zu den Dreitausendern der Presanella- und Adamello- Gruppe und hinunter nach Judicarien ins Adanatal (540 m), über einige Zweitausender zum Gardasee (68 m) und ins Etschtal (190 m). Dieser Abschnitt, war der längste, ununterbrochene hochalpine Frontabschnitt der Geschichte, mit einer Durchschnittshöhe von ca. 2.980 m.

Vom Etschtal führte die Widerstandslinie auf die Hochfläche der Sieben Gemeinden (sette communi) auf über 1.500 m Höhe, hinab ins Valsugana (440 m), entlang den Gipfeln des Lagazuoi- Kammes (ca. 2.500 m) und der eisigen, vergletscherten Marmolata (3.342 m) ins Buchenstein- (Cordevole) Tal (1.500 m) und weiter über den später so heiß umkämpften Col di Lana (2.462 m), die Cristallo- Gruppe auf das Drei-Zinnen-Plateau (2.600 m) und hinunter ins Sextental. Diese Südtiroler Front war eingeteilt in fünf Rayone (= Abschnitte).

Weiters standen sich die Truppen in den Karnischen und Julischen Alpen (2.500-2.700 m) sowie der Kärtner Grenze und dem Isonzo bis zur Mündung folgend auf der Linie Flitsch-Karfreit-Tolmein-Görz-Gradisca gegenüber.