Sie sind hier: Ausstellungen / Sonderausstellungen / "Die kahlen, kalten Berge..."

 

„Die kahlen, kalten Berge…“ – Der Erste Weltkrieg im Alpenraum, die Deutsche Gebirgstruppe und das Württembergische Gebirgsbataillon

 

Eine Ausstellung im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt

vom 21.10.2017 ‒ 15.04.2018

   

Betrachtet man die Fronten des Ersten Weltkrieges, so muss man der Alpenfront zweifellos eine Sonderstellung zugestehen. Nirgends sonst bot sich den Soldaten so schwieriges Gelände, gepaart mit widrigsten Witterungsbedingungen und einer außerordentlich schwierigen Topographie. Da sich die Italiener wie auch die Österreicher diesen Gewalten ausgeliefert sahen und man um die Probleme des Gegners wusste, zollte man sich gegenseitig hohen Respekt. Dies trug nicht unerheblich zur Heroisierung, aber auch Romantisierung dieses Kriegsschauplatzes bei. Ein weiterer Grund dürfte darin zu suchen sein, dass der einzelne Mensch scheinbar ‚mehr zählte‘ als an anderen Fronten. Im Gegensatz zu den Materialschlachten in Frankreich, die von Maschinen und Menschenmassen bestimmt waren, konnte der einzelne Solat in Tirol die Kämpfe wenigstens örtlich noch mitentscheiden. Nichts desto Trotz war es ein unbarmherziger Krieg.

Die Geschichte der Deutschen Gebirgstruppe ist eng mit den Kämpfen in den Alpen verbunden. Das Alpenkorps wurde während des Krieges im Mai 1915 aufgestellt, als man einen italienischen Angriff von Süden her befürchtete. In Württemberg und Bayern formierte man bereits im Dezember 1914 Schneeschuh-Kompanien, die später im Württembergischen Gebirgsbataillon und im Alpenkorps aufgingen. Im Großherzogtum Baden wurde im November 1914 die erste deutsche Gebirgsartillerie-Einheit aufgestellt. Weitere wichtige Gebirgsformationen sind im XIV. (badischen) Armeekorps beheimatet gewesen, wie die 200. Infanterie-Division oder die Jäger-Brigade 2, die in Tirol 1915 und am Isonzo 1917 den Gebirgskrieg zentral beeinflussten.

1917 kam es dann zu jener bedeutenden Schlacht am Isonzo, an der auch das Alpenkorps und das Württembergische Gebirgsbataillon beteiligt waren. Einer der berühmtesten Kompanieführer war der spätere Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der 1917 als Oberleutnant dem Württembergischen Gebirgsbataillon angehörte.

Näheres zum Frontverlauf der Südwestfront 1915-1918 erfahren Sie hier.

 

„Der König von Italien hat Mir den Krieg erklärt. Ein Treuebruch, dessen die Geschichte nicht kennt, ist von dem Königreiche Italien an seinen Verbündeten begangen worden.“

Mit diesen Worten des Kaisers Franz Joseph begann der Krieg zwischen Italien und der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn im Mai 1915.

Die Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn am 24. Mai 1915 ließ eine neue Front vom Isonzo bis in die Tiroler Alpen entstehen. Es war ein brutaler Kriegsschauplatz, der viele Besonderheiten aufweist. Die romantisierenden Bilder eines Bergvolkes, das in Gedenken an die Tiroler Bauernaufgebote der Jahre 1703 und 1809 in kleinen aber zu allem entschlossenen Gruppen von umstürmten Felsspitzen herab einen weit überlegenen Gegner in die Flucht schlägt fanden nicht statt. Es war vielmehr ein grausames Sterben und der Tod im Gebirge hatte besonders viele Facetten. Alle Seiten leisteten unter extremsten, unwirtlichen Bedingungen schier Unglaubliches.

Die Ausstellung macht die extremen Anforderungen an die Soldaten, ihr Erleben sowie die unterschiedlichen Kampfweisen und Überlebensstrategien anschaulich. Das Kriegsgeschehen wird anhand der wichtigen Schauplätze im Hochgebirge des Ortlermassivs, der Dolomiten und in der Region zwischen Isonzo und Piave geschildert. Einen unmittelbaren Einblick in die Ereignisse geben dabei rare Fotografien der Schneeschuhtruppen und des Württembergischen Gebirgsbataillons. Spektakuläre und selten gezeigte Originalobjekte dieser Truppe und wichtiger Kriegsteilnehmer wie Erwin Rommel oder Theodor Sproesser lassen dieses denkwürdige Kapitel europäischer Geschichte lebendig werden.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Begleitband mit internationalen Beiträgen.

 

 

Die Ausstellung wird freundlicherweise unterstützt von:

 

 

 

sowie der "Hildegard und Julius Strübel Stiftung (Rastatt)"