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Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft - Offiziersgeschenke aus zwei Jahrhunderten

Sonderausstellung im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt vom 15.08.-22.11.2015 

Verlängert bis 28. Februar 2016

Offiziersgeschenke waren im langen 19. Jahrhundert fester Bestandteil der sozialen ‚Militärkultur‘. Der Beginn von Geschenken an Offiziere lässt sich bis ins erste Viertel des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Meist wurden damals beliebte und verdiente ausscheidende Offiziere von ihren Kameraden mit einem Geschenk aus dem Regiment verabschiedet. Aber auch Dienstjubiläen und runde Geburtstage wurden mit solchen Geschenken gewürdigt. Besonders die solventen Regimenter, wie etwa die Garde-Regimenter oder Kavallerie-Regimenter, in denen viele Adlige ihren Dienst taten, brauchten größere finanzielle Mittel, um solche teils sehr kostspieligen Offiziersgeschenke anfertigen zu lassen. Aus dieser Frühzeit sind einige Geschenke meist in Form von Silberpokalen oder Silberhumpen bekannt. Erst nach 1870 tauchten Offiziersgeschenke in anderen Formen, wie etwa von silbernen Tabletts, Schalen, Präsentierbrettern, Bechern, Geschenksäbeln, Büsten und Statuetten auf.

Einzigartiges Bowlengefäß in Form einer Pelzmütze der Garde-Husaren.

In der Ausstellung werden vielfältige Arten von Offiziersgeschenken gezeigt. Der Querschnitt bringt auch Beispiele für Offiziersgeschenke in preußischen, bayerischen und sächsischen Regimentern. Das Erscheinungsbild, also wie so ein Geschenk auszusehen hatte, war nirgends festgelegt. Die Regimenter, Bataillone oder Abteilungen hatten freie Hand und orientierten sich am Zeitgeist. Die Beschaffungskosten waren natürlich ein zentrales Kriterium.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts war es zumindest auf Regimentsebene zu einer gewissen Vereinheitlichung – was das Aussehen und Form betraf – gekommen. In der Kaiserzeit waren besonders Statuetten, Büsten und Standbildern in Silber, Bronze und Galvano sehr beliebt. Daneben gab es auch Silberpokale, Silberbecher, Karaffen, Silberteller, Silberschalen, und Tabletts, Tisch-Alben, Spazierstöcke und Offiziersgeschenke der Kaiserlichen Marine. 

 

 

Schiffsmodell der Radfregatte „Hansa“ als Abschiedsgeschenk der Königlichen Werft zu Danzig
Offiziersgeschenk in Form einer Kristallglas-Dose

Die Ausstellung im Wehrgeschichtlichen Museum widmet sich erstmals diesem fast vergessenen Thema der Militär- und Gesellschaftsgeschichte. Es wird ein breiter Querschnitt von kunsthandwerklich bedeutenden Offiziersgeschenken aus zwei Jahrhunderten gezeigt. Die Blankwaffen stellen eine ganz besondere Form der Geschenke dar und werden in der Ausstellung prominent präsentiert. Viele der Objekte befinden sich in Privatsammlungen und werden zum ersten Mal einem breiten Publikum vorgestellt.

Den Flyer können Sie hier ansehen und herunterladen:

WGM_Kleine_Geschenke_Flyer_Web.pdf

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