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"Malerische“ Kriegsbilder vom Hartmannsweilerkopf. Der Erste Weltkrieg in den Vogesen und am Oberrhein 1914/15

 

Eine Ausstellung des Wehrgeschichtlichen Museums Rastatt vom 28.11.2014 bis 26.04.2015 (verlängert bis 17.05.2015)

Der Erste Weltkrieg brachte für die visuellen Medien und ihre Rolle sowohl in der Propaganda als auch für die Informationsübermittlung eine radikale Neuerung. Zum ersten Male dienten diese Medien in großem Umfang der Beeinflussung der eigenen Bevölkerung wie der neutralen Länder, sie propagierten Feind-Bilder und konstruierten solche des nationalen Selbstverständnisses. Und zum ersten Male auch traten Fotografie und Film, die jüngsten der damals zur Verfügung stehenden Medien, mit dem Anspruch auf, der Berichterstattung neue Möglichkeiten zu erschließen - wobei aufgrund der technischen Beschränkungen und der Zensur die „Berichte“ zumeist Inszenierungen waren. Präsentiert wurden den Zeitgenossen die Bilder des Ersten Weltkrieges in den Produkten der populären Medien, in Postkarten, Bilderbögen, Frontzeitungen, Illustrierten, Plakaten, Fotos und Filmen, aber auch in der traditionellen Militärmalerei.

Hartmannsweilerkopf 1915: (Badische) Gebirgs-Kanonen-Batterie Nr. 1 im Feuergefecht

Mit diesem Ausstellungsvorhaben beteiligt sich das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt im Jahr 2014 an einem EU-geförderten, länderübergreifenden Projekt zur Geschichte des Ersten Weltkriegs. Erstmals werden zeitgenössische Objekte, Fotografien und Dokumente, die bislang im Depot des Museums bewahrt wurden, wissenschaftlich bearbeitet und ausgestellt. Ergänzt wird das Projekt durch eine Teildigitalisierung des Fotobestandes zum Ersten Weltkrieges. Auf diese Weise soll die Sammlung historischer Fotografien und Dokumente des Museums dauerhaft konserviert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Auf beeindruckende Weise gelang es neben der Fotografie dem Medium der Malerei ein wirklichkeitsnahes und aufwühlendes Bild von der zermürbenden, abstumpfenden und demoralisierenden Kraft des Grabenkrieges aufzuzeigen. Ein herausragender Künstler dieses Genres war Martin Frost, der ab 1915 auch an der Elsaßfront tätig war. Diese Front steht im Mittelpunkt der Ausstellung des Wehrgeschichtlichen Museums. Traditionell bedingt galt dem Einsatz des XIV. und XV. Armeekorps sowie ihrer Ersatzformationen im Ersten Weltkrieg die besondere Aufmerksamkeit des Badischen Armeemuseums, dessen Nachfolger das WGM ist. Insbesondere anhand der Kämpfe im Oberelsass 1914 und um den Hartmannsweiler Kopf - die von Martin Frost herausragend dokumentiert wurden - kann aufgezeigt werden wie die Realität des Krieges die (Vorkriegs-) Planungen der Generalität obsolet werden ließ.

 

Neben den Bildzeugnissen finden sich auch Uniformen, Ausrüstungsstücke und Erinnerungsobjekte in der Ausstellung
Seltene Darstellung eines Panzerzuges in Gebweiler (Elsass) 1915; gemalt von Martin Frost

Im Rahmen eines europäischen INTERREG-Projekts realisieren Partner aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz mit einem Gesamtbudget von über 2,5 Millionen Euro eines der aktuell größten grenzüberschreitenden Kulturvorhaben am Oberrhein. Ziel ist die Präsentation von Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg im Jahr 2014. Neben dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt und dem Dreiländermuseum Lörrach als dem Hauptprojektträger leisten 32 Museen, Archive und Geschichtsvereine einen Beitrag zu diesem internationalen Vorhaben.
Aktuelle Informationen zum EU-Projekt finden Sie online unter www.interreg-oberrhein.eu.