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Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein

Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918

Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg und der Archives Départementales du Haut-Rhin in Zusammenarbeit mit dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt vom 28.04.2016 bis 26.06.2016 (verlängert bis 03. Juli 2016)

Vor 100 Jahren gingen "in ganz Europa die Lichter aus". Am Oberrhein, der in einer einzigartigen Konstellation in den Jahren 1914 bis 1918 Kampfgebiet, Etappe und Heimatfront zugleich war, sollte man die Lichter lange Zeit nicht mehr leuchten sehen.

Zum Gedenken an die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" präsentieren das Landesarchiv Baden-Württemberg und die Archives Départementales du Haut-Rhin die erste grenzüberschreitende und zweisprachige Gemeinschaftsausstellung über den Ersten Weltkrieg am Oberrhein. Die vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und dem Botschafter der Französischen Republik, S.E. Maurice Gourdault-Montagne, eröffnete Präsentation hat für ihr themen- und methodeninnovatives Konzept bereits zwei französische Auszeichnungen sowie den Europäischen Kultur-Projekt-Preis erhalten. Sie stellt der Öffentlichkeit in beiden Ländern - und nun auch in Rastatt - bisher größtenteils unbekannte Bild- und Textquellen, darunter etwa 200 Fotos, vor.

Grabkreuz Leutnant Mayer (Abbildung aus der Geschichte des Jäger-Regiments zu Pferd Nr. 5)

Im Mittelpunkt der von französischen und deutschen Archivaren zusammen erarbeiteten Ausstellung steht nicht eine traditionelle Militärgeschichte aus nationaler Binnenperspektive, wie sie lange Zeit die Erforschung des Ersten Weltkriegs geprägt hat. Vielmehr greift die grenzübergreifende Gemeinschaftsausstellung aktuelle kulturgeschichtlich-biografische und anthropologische Forschungsansätze auf und rückt die Kriegserfahrungen sowie das Leiden der gesamten Bevölkerung links und rechts des Rheins in den Mittelpunkt. Soldaten und Zivilisten, Gefangene, Verletzte und Sterbende, Frauen und Kinder – sie alle waren dem Krieg als Täter und/oder Opfer ausgeliefert. 32 Biographien machen exemplarisch deutlich, wie der Waffengang alle Lebensbereiche in Baden und im Elsass erfasste und lange Zeit vergiftete. Hinter der Maske des Krieges treten die Gesichter und Schicksale der Menschen hervor, die zum Frieden mahnen.

Die Ausstellung gliedert sich in acht Kapitel:

  • Eine militarisierte Gesellschaft
  • Kriegsausbruch und Vogesenfront
  • Soldaten
  • Zivilisten
  • Frauen und Kinder
  • Verwundung und Gefangenschaft
  • Der totale Krieg
  • Kriegsende
Erbeutete frz. Geschütze 1914, vor dem Schloß Karlsruhe (WGM)
Pionierdepot im Dorf Wattweiler am Hartmannsweilerkopf 1916 (WGM)

Ein reich bebilderter Katalog (deutsch: Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein, Kohlhammer Stuttgart 2014, 316 S., 26 €, ISBN 978-3-17-025873-0; französisch: Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918, ISBN 2-086068-065-9) ist - auch im Buchhandel - erhältlich.

Die Ausstellung ergänzt die 2014 vom Wehrgeschichtlichen Museum gezeigte Sonderschau "Malerische Kriegsbilder" vom Hartmannsweilerkopf. Der Erste Weltkrieg in den Vogesen und am Oberrhein 1914/15. Näheres zu dieser WGM Ausstellung auch auf dieser Web-Seite.

Weitere Informationen zur Ausstellung "Menschen im Krieg am Oberrhein 1914-1918" auch unter

http://www.menschen-im-krieg-1914-1918.de/

Zur Ausstellung gibt es auch Pädagogisches Begleitmaterial. Zum Download