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Martin Frost

Blick auf den Ersten Weltkrieg

Sonderausstellung im WGM vom 15. Juni bis 20. Dezember 2009

 

Der I. Weltkrieg, der mit zunehmender Dauer die Züge eines totalen Krieges annahm, brachte für die visuellen Medien und ihre Rolle sowohl in der Propaganda als auch für die Informationsübermittlung eine radikale Neuerung. Zum ersten Male dienten diese Medien in großem Umfang der Beeinflussung der eigenen Bevölkerung wie jener der neutralen Länder, sie propagierten Feind-Bilder und konstruierten solche des nationalen Selbstverständnisses.

Martin Frost in St. Etienne 1916

Noch intensiver als bei Postkarten, Bilderbögen, Illustrierten oder Fotos gelang es der Militärmalerei ein wirklichkeitsnahes und aufwühlendes Bild von der zermürbenden, abstumpfenden und demoralisierenden Kraft des Grabenkrieges aufzuzeigen. Ein herausragender Künstler dieses Genres war Martin Frost.

 

 

Ausladen der schweren Munition im Depot, 1916
Deutsche Truppen in St. Quentin, 1917

Martin Frost wurde am 7. April 1875 in Breslau geboren. Seine Mutter Hermine Frost, geb. Hauptmann, war die Stiefschwester des Dichters Gerhart Hauptmann. Nach dem Besuch eines Breslauer Gymnasiums bis zur Obersekundareife besuchte er bis 1894 die Breslauer Kunstakademie. Weitere Station war die Berliner akademische Hochschule für bildende Künste. 1899/1900 diente er als Einjährig-Freiwilliger. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges ging er als Kriegsmaler an die Ostfront. Ab Oktober 1915 diente er an der Elsaßfront, seit Januar 1916 als Kriegsmaler beim Stabe der 9. Reserve-Division zugewiesen. 1917 wurde ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Nach dem Krieg arbeitete er zur politischen Situation in Berlin vorwiegend für Westermanns Monatshefte und die Leipziger Illustrierte Zeitung. 1928 verstarb er in Kampen auf Sylt.

Die Ausstellung im Wehrgeschichtlichen Museum zeigt einige seiner beeindruckendsten Arbeiten. Neben ca. 40 Originalguaschen und publizierten Bildern werden auch Uniformen und Ausrüstungsstücke der Weltkriegszeit gezeigt.