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Das Feldkraftfahrwesen

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg hatte das Automobilwesen weitere, entscheidende Fortschritte gemacht. 1908 lief in den USA mit dem Ford Modell T das erste fließbandgefertigte Kraftfahrzeug vom Band. Bei Ausbruch des Weltkriegs gab es in der deutschen Armee - rein organisatorisch - ein buntes Sammelsurium an Kraftfahrzeugtruppen. Es gab Kraftwagenkolonnen der Armeen, der Kavallerie-Divisionen, der Jägerbataillone, Kraftwagenparks, Traktoren-Kolonnen und Kraftradfahrer, ferner eine große Menge Zivilkraftwagen und Zivilkraftwagenfahrer. Erst im Jahre 1915 begann die Armeeführung das Kraftfahrwesen im Feld zu ordnen und einheitlich zu gestalten. Von Jahr zu Jahr steigerten sich die Forderungen nach Kraftfahrzeugen. Mangel an Gummi und Betriebsstoff schränkten die Erfüllung berechtigter Wünsche der Truppen stark ein. Bis gegen Kriegsende konnte die Zahl der Kraftwagenkolonnen von 58 auf 319 gesteigert werden.
Von 4.000 Kraftfahrzeugen aller Art im Jahr 1914 war die Zahl auf 40.000 gestiegen. Auf Seiten der Alliierten wurde für das Jahr 1918 die Zahl von zweihunderttausend Kraftfahrzeugen genannt.

Sowohl unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Organisation des Feldkraftfahrwesens eine Schöpfung des Krieges war, als auch dass die überwiegende Zahl seiner Angehörigen weder militärisch ausgebildet, noch für diesen schweren Dienst vorbereitet war, wurde Erstaunliches geleistet. Einen erheblichen Anteil an solchen Erfolgen hatten das Kaiserliche Freiwillige Automobilkorps und das Kaiserliche Kraftbootkorps, beide eingegliedert in das Feldkraftfahrwesen.