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Unerwarteter Fund im Wehregschichtlichen Museum

Früheste Druckfassung des Badnerliedes entdeckt

Bei der Vorbereitung einer Ausstellung zum Jubiläum "900 Jahre Baden" wurde im WGM ein sensationeller Fund gemacht. In einem unscheinbaren Liederheftchen aus dem Jahr 1896 entdeckte Direktor Dr. Jordan die Erstveröffentlichung des Badner Liedes. Die inoffizielle Landeshymne, die noch heute gerne bei Sportveranstaltungen oder auch im Radio gespielt wird, ist damit noch zehn Jahre älter als bisher bekannt. 

Das inzwischen weithin bekannte „Badner Lied“ verdankt seine frühe Verbreitung dem Militär. Bisher ging man davon aus, dass die Erstveröffentlichung in den „Marschliedern des 5. Badischen Infanterie-Regiments Nr. 113“ von 1906 erfolgte. Dem Liederheftchen zum 16. Badischen Pioniertag in Heidel-berg im Jahre 1896 zufolge erfolgte die Erstveröffentlichung also bereits zehn Jahre früher.

Die besondere Stellung des Militärs und die Verbindung mit der Bevölkerung kommt bereits in der frühen, dreistrophigen Pionierversion zum Ausdruck, wenn es heißt: "Der Bauer und der Edelmann, Das liebe Militär, Sie schau‘n einander freundlich an, Und das ist Goldes Werth…."

Das Liederheft zum Pioniertag in Heidelberg hat einen Umfang von 16 Seiten mit 20 Liedern; als Lied Nr. 6 findet sich das "Badner Lied", hier mit drei Strophen. Die populäre Strophe mit der Festung Rastatt fehlt in dieser Version noch. Das sensationelle Exponat ist ab dem 03. Mai im Foyer des Wehrgeschichtlichen Museums zu bewundern, bevor es dann Ende Mai als Leihgabe an das Badische Landesmuseum Karlsruhe für die Große Landesausstellung „Baden! 900 Jahre“ gehen wird.

Lützower Jäger im Wehrgeschichtlichen Museum

Am 24. März 2012 haben historisch Uniformierte der Lützower Traditionsvereine das Museum besucht. Die 15 Kommandeure und Vorsitzenden der Vereine hielten am Kaiserstuhl ihre Jahrestagung ab und entschieden sich für einen Abstecher ins Rastatter Schloss. Der Leiter der Besuchergruppe, Lützower-Hauptmann Tobias Warmut, begründete den Rastattbesuch auch damit, dass zwischen 1888 und 1910 das Infanterie-Regiment Nr.25, die titulierten „Lützower“, vor ihrer Verlegung nach Aachen stationiert waren. Bei einer zweistündigen Führung durch das Museum konnte Direktor Dr. Jordan die Gruppe von der herausragenden Sammlung begeistern.

Katalog und Führer durch die Dauerausstellung

Der Begleitband bietet auf 300 Seiten mit 350 farbigen Abbildungen sowie zahlreichen Karten und Skizzen einen hervorragenden Überblick über die Dauerausstellung. Gleichzeitig ermöglicht der neue Führer einen leicht geschriebenen und verständlichen Einstieg in die deutsche Militärgeschichte vom ausgehenden Mittelalter bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Vordringlich schildert er die Entwicklung des deutschen Südwestens.

Im Mittelpunkt stehen die zahlreichen außergewöhnlichen Objekte, die durch die jahrzehntelange Sammeltätigkeit von Museum und Vereinigung einen einzigartigen Schatz bilden. Unter anderem zu sehen sind das Urmodell der Gulaschkanone von 1814, die Totenmaske Napoleons oder der Paraderock Kaiser Wilhelms II. Gezielte Literaturhinweise ermöglichen dem Leser die Vertiefung und bieten somit einen Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung.

Der Katalog ist für 20,- € im Wehrgeschichtlichen Museum und im Buchhandel erhältlich.